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Grosseto

Auch wenn Grosseto nicht unbedingt der Ruf einer sehenswerten Stadt voraus eilt, so ist sie für Toskanareisende doch eine lohnenswerte Station. Bereits die Fahrt nach Grosseto kann zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, wählt man den Weg entlang an herrlichen Sandstränden und durch den wunderschönen Schirmpinienwald Pineta del Tombolo.

Das modernes Handelszentrum mit einer langen Tradition

Trotz seiner 77.000 Einwohner hat sich die Hauptstadt der Provinz Grosseto ihren eher kleinstädtischen Charme bewahrt. Grossetos heutiges Erscheinungsbild mutet modern an und lässt nicht auf den ersten Blick erahnen, dass die mittelalterliche Stadt auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Vereinzelte etruskische Funde lassen vermuten, dass Grosseto – wie auch die Etruskerstädte Roselle und Vetulonia – bereits in vorrömischer Zeit besiedelt war, doch ist die Quellenlage so lückenhaft, dass sich das nicht mit Bestimmtheit belegen lässt.
Sicher ist aber, dass Papst Innozenz II. bereits 1138 nach der Zerstörung Roselles den Bischofssitz von dort nach Grosseto verlegen ließ. In den folgenden Jahren entwickelte sich Grosseto zu einer Festungsstadt und einem florierenden Zentrum der Salzgewinnung. Dem Einfluss der Medici verdankt die Stadt ihre imposante sechseckige Festungsmauer, die auch heute noch das historische Zentrum umschließt, und die Grosseto nicht zu Unrecht den Beinamen Piccola Lucca einbrachte. Zu wirtschaftlicher Blüte gelangte Grosseto allerdings erst im 20. Jahrhundert, als es Mussolinis Zwangsarbeitern gelang, die umliegenden Sumpfgebiete trocken zu legen, und mit Hilfe eines amerikanischen Insektenkillers die Malariagefahr eingedämmt werden konnte.

Grosseto Stadt

Grosseto Stadt @iStockphoto/Claudio Giovanni Colombo

Moderne Stadt und historische Wurzeln – ein spannender Kontrast

In architektonischer Hinsicht zählt Grosseto sicher nicht zu den attraktivsten Orten der Toskana. Vornehmlich eine Handels- und Landwirtschaftsmetropole lockt Grosseto jedoch mit einem sehenswerten historischen Stadtkern, der zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert von den Medici-Großherzögen Franz I. und Ferdinand I. in Auftrag gegeben worden war. Das bekannte Museo Archeologico e d´Arte della Maremma kann mit einer umfangreichen Sammlung interessanter Exponaten aus etruskischer Zeit aufwarten. Bei schönem Wetter lädt die beeindruckende mediceische Stadtmauer, die im 19. Jahrhundert vom Großherzog Leopold II. in einen öffentlichen Wallgarten umgewandelt wurde, zu einem Spaziergang ein, und auch der in der charakteristischen italienischen Gotik erbaute Dom San Lorenzo ist immer einen Besuch wert.

Eine lebendige und alternative Kunst- und Kulturszene

Neben diesen historisch interessanten Ausflugszielen genießt Grosseto den Ruf, die italienische Hauptstadt einer regen Punk- und alternativen Kunstszene zu sein. Das spiegelt sich vor allem in einem abwechslungsreichen und lebendigen Nachtleben wieder. Zahlreiche Bars und Diskotheken bieten unterhaltsame Programme, bei denen jeder auf seine Kosten kommen kann. Für ein kulinarisches Verwöhnprogramm sorgen die vielen Restaurants, in denen vor allem tregionale wie italienische Spezialitäten, aber auch internationale Küche angeboten werden.

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