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Cortona

Die Stadt Cortona mit heute ca. 23.000 Einwohnern ist eine der ältesten und wichtigsten von den Etruskern gegründeten Städte. Sie stand seit 310 v. Chr. unter römischer Herrschaft bis sie im 5. Jahrhundert n. Chr. von den Goten erobert wurde. Ihre Blütezeit erlebte sie während der Renaissance und des Barock. Noch heute sind im seit dem Mittelalter von Kriegen und Naturkatastrophen verschonten Stadtgebiet zahlreiche Gebäude aus der Renaissance und vorangegangenen Epochen erhalten geblieben, so auch große Teile der aus dem 4. Jahrhundert stammenden Stadtmauer.

Sehenswürdigkeiten

Die Hauptattraktion der Stadt bildet die 1484 bis 1515 erbaute Kirche „Madonna del Calcinaio“, deren Name auf ein- der Legende nach- wundertätiges Marienbild Bezug nimmt. Das Bild war vormals an der Wand einer Kalkgrube befestigt, woher sich der Name ableitet, und ist heute in den Altarraum integriert. Nach den Entwürfen des Baumeisters Francesco di Giorgio Martini wurde die Kirche dem Stil der Renaissance entsprechend als massiv wirkender Bau mit klaren geometrischen Formen und hohen Gewölben errichtet. Es handelt sich aber abweichend vom damaligen Ideal des zentralen Rundbaus um einen Langbau. Hier lohnt sich eine ausgiebige Besichtigung der aufwendig restaurierten Innenräume. Eine weitere Kirche aus der Renaissance ist die als typischer Zentralbau auf quadratischem Grundriss errichtete Santa Maria Nuova.

Kunst und Museen

Das Museo dell’Accademia Etrusca beherbergt eine Vielzahl interessanter historischer Fundstücke aus etruskischer und römischer Zeit aber auch altägyptische Kulturgegenstände. Für Kunstliebhaber hält das Museo diocesano eine umfangreiche Sammlung überwiegend sakraler aus der Renaissance stammender Werke von Beato Angelico, Signorelli, Severini, Pietro Lorenzetti und anderen berühmten in der Region schaffenden Künstlern bereit. Außerdem werden sehenswerte Kunstschätze der Renaissance in den Kirchen San Francesco, San Domenico und Santa Maria Nuova aufbewahrt.

Cortona

Cortona @iStockphoto/David Stava

Wein und Kulinarisches

Cortona ist für seine alte Tradition des Weinanbaus berühmt, der hier seit etruskischer Zeit kultiviert wird. Die Etrusker sollen bereits die Methode der lebendigen Abstütztechnik entwickelt, d. h. Weinreben auf andere Pflanzen mit stärkeren Stämmen aufgepflanzt haben. Davon künden einige Abbildungen auf Fundstücken etruskischer Tongefäße. Im Mittelalter kam der Weinanbau längerfristig zum Erliegen, da sich die Region in Sumpfgebiet verwandelt hatte. Erst im 16. Jahrhundert wurde es wieder so weit trockengelegt, dass der Weinbau von da an wieder aufgenommen werden konnte. Die Weine aus Cortona soll schon Pabst Paulus III bevorzugt haben, seit der napoleonischen Zeit fanden sie auch in Frankreich zahlreiche Liebhaber. Im heutigen Weinanbaugebiet Cortona D.O.C., das sich von den Hängen oberhalb des Stadtgebiets bis nach Arezzo zieht, werden nahezu alle derzeit beliebten edlen Rebsorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Welschriesling, Pinot Nero und viele andere angebaut. Essen und Trinken sind in dieser Region eine Weltanschauung und werden sehr ausgiebig genossen, so dass ein Abendessen sich meist über mehrere Stunden hinzieht. Dafür bietet die traditionelle toskanische Küche, die in Cortona noch heute gepflegt wird, aber auch genügend Spezialitäten und Schlemmereien. Zu den relativ einfachen naturbelassenen aber köstlichen Gerichten findet sich immer ein passender vorzüglicher Wein.

Unterkünfte und Umgebung

Wer in und um Cortona Urlaub machen möchte, sollte sich in einem der vielen traditionellen Landgüter oder Bauernhäuser zwischen Cortona und Arezzo einmieten, die zwar über eine eher schlichte Ausstattung verfügen, aber den einmaligen Charme der Region und ihrer Bewohner erleben lassen. Die Region ist besonders beliebt bei Bikern, ebenso eignet sie sich aber für ausgedehnte Wanderungen entlang der Weinberge. Von Cortona aus lohnen sich Tagesausflüge nach Florenz, Siena, Perugia und Assisi oder auch eine etwa 2stündige Fahrt zum Uccelllina-Naturpark südlich von Grosseto.

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