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Toskana Reise

Die Fahrt nach Arezzo und die toskanische Landschaft

Wir reisten auf ungewöhnliche Art und Weise in die Toskana, nahmen nämlich von München aus den Zug. Das bedeutete eine lange Fahrzeit von etwa 9 Stunden bis wir über Bologna Arezzo in der Toskana erreichten. Der Vorteil dieser Bahnfahrt gegenüber dem Flugzeug war allerdings, dass wir stundenlang die wunderschöne Landschaft zuerst Österreichs und dann Italiens genießen konnten. Vor allem die Toskana bietet ein einmaliges Bild. Überall grüne Hügel, Weingüter und die typisch südländischen Pflanzen. Dabei kam sofort das Gedicht aus Goethes “Wilhelm Meister” in den Kopf “Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?” In der Toskana können die Gedanken des Dichterfürsten hautnah nachempfunden werden.

Reiterstadt Arezzo

Die Stadt Arezzo besuchten wir wegen eines internationalen Reitturniers, welches dort alljährlich im September stattfindet. Überhaupt ist Arezzo eine Pferdestadt. Reitsportbegeisterte kommen fast das ganze Jahr auf ihre Kosten, denn es gibt auch eine Springturnier-Serie im Frühjahr und Sommer. Nicht zuletzt werden dabei auch immer Shows geboten, welche die Reittradition der Toskana nahe bringen wollen.

Arezzo – eine kurze Beschreibung

Arezzo ist vielleicht nicht die bekannteste aller Städte der Toskana – das ist logischerweise die Hauptstadt Florenz. Doch dieses sollten wir erst auf der Heimreise besuchen. Arezzo war unser Hauptziel und begeisterte uns von Anfang an durch das mittelalterliche Stadtbild. Einige Häuser schienen wirklich direkt aus einer längst vergangenen Zeit zu stammen. Besonders ansehnlich sind die alten Patrizierhäuser, die vom Reichtum der Einwohner im Mittelalter erzählen. Wer Arezzo nicht kennt, dem sei gesagt, dass die Stadt in Mitten der gleichnamigen Provinz liegt und die viertgrößte Stadt Italiens ist. Arezzo besitzt einen Bahnhof und einen kleinen Flugplatz. Etwa 95 000 Menschen leben in Arezzo.

Toskana

Toskana ©iStockphoto/czekma13

Arezzo – Stadt der Berühmtheiten

Zuerst einmal sei gesagt, dass Arezzo im Mittelalter ihre Blütezeit hat. Aus der Stadt stammen einige wirklich berühmte Persönlichkeiten, auf deren Spuren wir uns bei unserem Aufenthalt begaben. Schließlich sollte nicht nur das Reiten, sondern auch die Kultur im Vordergrund stehen.

Da sei zuerst einmal Giorgio Vasari genannt. Er wurde in Arezzo geboren und später als Baumeister der Uffizien berühmt. An unserem Ziel allerdings konnten wir seine Baukunst an der Casa di Giorgio Vasari bewundern. In diesem Haus konnten wir die prächtigen Fresken bewundern, mit denen es der Maler und Architekt nach seinem Einzug verziert hatte. Ein anderer Sohn der Stadt ist Francesco Petrarca, der berühmte Dichter der “Laura” und angesehene Gelehrte. Seine Werke kann man in seinem Geburtshaus ansehen, ein interessanter Einblick in ein Leben im Mittelalter.

Das Fresko von Piero della Francesca

Ein Highlight in Arezzo durften wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist die Kirche “San Francesco”, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Benannt ist sie nach Franz von Assisi.
Im 15. Jahrhundert hatte Piero della Francesca die gesamte Hauptchorkapelle mit Bildern der biblischen Geschichte von Jesus ausgestaltet. Angesichts des Alters der Fresken wirken diese bemerkenswert gut erhalten. An dieser Kirche führt einfach kein Weg bei einem Besuch in Arezzo vorbei.

Der Dom und andere Sehenswürdigkeiten

Auch am Duomo aus dem 11. Jahrhundert, also der romanischen Epoche, machten wir halt und bewunderten die einmaligen Glasfenster des Fra Guillaume de Marcillat. Da wir uns auch sehr für die römische Geschichte interessieren, war ein Besuch im Museo Archeologico Mecenate im ehemaligen Kloster San Bernardo obligatorisch. Dort erhielten wir einen interessanten Einblick sowohl in die römische Zeit als auch die vorhergehende Epoche der Etrusker. Natürlich alles anhand großartiger archäologischer Zeugnisse, welche in der Region ausgegraben wurden.

Ausklingen ließen wir unsere Reise in die Toskana in einer der hübschen kleinen Tavernen von Arezzo, bei einem Glas toskanischem Wein und typischer Küche. Am nächsten Tag ging es nach Florenz, wo wir die übliche Touristen-Tour mit Uffizien, Ponte Vecchio und Campanile machten. Besonders wurde diese Toskana Reise allerdings durch den Besuch einer eher touristisch unbekannten Stadt.

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