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Mailand

Die Hauptstadt der Lombardei ist Mailand – eine Metropole, die seit mehr als sieben Jahrhunderten im Wettstreit mit Rom um die politische wie kulturelle Führung Italiens liegt. Unzählige Streitigkeiten und Eifersüchteleien sind seit den Zeiten der Grafen Visconti bezeugt und setzten sich bis heute fort. Auch heutzutage noch haben die Lombarden die Römer immer wieder in Verlegenheit gebracht; 1983-87 stellte der Mailänder Sozialist Bettino Craxi mit seiner Amtszeit als Regierungschef von dreieinhalb Jahren einen Rekord auf; danach verschreckte die Lega Nord mit ihrer Kampagne zur Föderalisierung Italiens nicht nur die Römer; schließlich übernahm Medienzar Silvio Berlusconi die Regierung, inzwischen auch nicht mehr im Amt, und brachte damals dazu nicht weniger als acht Minister aus der Lombardei mit. Mailand muss allerdings seit Anfang der neunziger Jahre auch mit einem bösen Ruf fertig werden: dem, die Hauptstadt der Schmiergeldrepublik, der „Tangentopoli“, zu sein.

Nichtsdestotrotz ist Mailand die bedeutendste Industrie- und Handelsstadt sowie das Bankenzentrum Italiens. Aber auch als Kunst- und Kulturmetropole kann Mailand bestehen: Man denke an die Scala, das erste Opernhaus der Welt, an Leonardo da Vincis „Abendmahl“ und die Design-Werkstätten für Autos, Möbel und modische Accessoires.
Die Mailänder selbst pflegen Besuchern gegenüber höflich und freundlich zu sein. Aber sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich besonders intensiv um Fremde zu kümmern. Frauen dagegen werden angenehm überrascht sein von der Unaufdringlichkeit der Mailänder. Nicht umsonst nahm hier die Frauenbewegung Italiens ihren Anfang.
Den Rundgang durch die Stadt beginnt man am besten mit seinem geistlichen Zentrum, dem Duomo. Der Bau dieser gewaltigen gotischen Kathedrale wurde im Jahr 1386 begonnen, aber erst 1813 fertiggestellt. 135 Maßwerkfialen und über 2245 Marmorstatuen aus allen Epochen verzieren das Äußere der Kirche. Die „Madonnina“, eine 4 m hohe vergoldete Statue, schmückt den höchsten der Spitztürme (108,5 m).

Das Innere des Doms ist schlicht, majestätisch und von enormen Ausmaßen. Am Ende der Piazza del Duomo steht eine Reiterstatue von italiens erstem König, Viktor Emanuel II. Auf beiden Seiten ist der Platz von Kolonnaden gesäumt. In nördlicher Richtung gelangt man in die Galleria Vittorio Emanuele, die älteste, einst eleganteste Ladenstraße der Welt. Die vierstöckige Passage mit ihrer prachtvollen Glaskuppel ist voller Geschäfte, Büros, Bars und Restaurants.

Überhaupt lässt es sich in Mailand wunderbar speisen, ob Pizza, Spaghetti oder Tiramisu. Jenseits der Galleria liegt die Piazza della Scala mit dem berühmten Opernhaus La Scala. Das Gebäude, in den Jahren 1775-1778 erbaut, wurde zwar während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt, inzwischen jedoch wieder restauriert.
Der 7. Dezember, der Tag des Schutzheiligen Ambrosius, wird mit Prozessionen, Messen und Märkten gefeiert. An diesem Tag wird auch die Opernsaison an der Scala eröffnet (die bis einschließlich Juli geht). Am 7. Dezember beginnt außerdem der große Trödelmarkt auf der Piazza Sant’Ambrogio.

Mailand

Mailand ©iStockphoto/pcruciatti

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel im Hotel Casa Svizzera. Es ist ein hübsches Hotel mit sehr angenehmer Atmosphäre und schöner Ausstattung und liegt am Domplatz auf der Seite der Galleria Vittorio Emanuele II. Empfehlenswert sind auch das Hotel Vittoria oder das kleine Hotel Jolanda in sehr guter Lage in einem ruhigen Hinterhof.