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Familienurlaub mit Hund in der Maremma

Durch einen schulpflichtiges Kind sind wir gezwungen, unseren Sommerurlaub in die Schulferien zu legen. Aber nicht nur, dass die Preise für einen Urlaub in dieser Zeit sehr hoch sind; auch das deutsche Sommerwetter hat uns in den letzten Jahren nicht unbedingt verwöhnt, sodass wir uns im letzten Sommer gegen einen Urlaub an der Nordsee entschieden haben. Das Reiseziel war uns, die wir Freunde italienischer Lebenskultur sind und häufiger schon mal in Rom und Florenz waren, schnell klar. Es sollte in die Toskana gehen! Und damit unser Kind nicht nur den schiefen Turm von Pisa oder der ponte vecchio in Florenz in Erinnerung behält, sondern sich – für ein Kind von zwei Jahren altersentsprechend – auch austoben kann, suchten wir nach Orten, die in der Nähe des Mittelmeeres lagen. Wir waren uns auch schnell einig, dass wir keinen Hotelurlaub machen, sondern uns für zwei Wochen eine Ferienwohnung mieten würden.

Das hatte zweierlei Gründe. Einerseits wollten wir unabhängig sein und vom Leben der Italiener in ihren Dörfern etwas mitbekommen. Andererseits hatten wir einen Hund, den wir nicht zu Hause lassen wollten und der sich in einem Hotel auch nicht wohlgefühlt hätte. Die Reiseplanung gestaltete sich recht einfach; durch das Internet buchten wir für zwei Wochen eine Wohnung in einer Fattoria nahe dem Städtchen Suvereto, ca. 20 Autominuten vom Meer entfernt. Da wir mit dem eigenen Auto anreisen wollen, buchten wir zusätzlich eine Zwischenübernachtung in Kufstein.

Die Vorfreude auf unseren Urlaub wuchs an, je näher der Tag der Abreise kam. Und obwohl wir von Nordrhein-Westfalen aus eine stattliche Reiseroute zu bewältigen hatten, kam uns die Fahrt gar nicht so lange vor. Und als wir am nächsten Tag in aller Frühe von Kufstein wegfuhren, war die Vorfreude an die Toskana kaum zu bändigen, was sicher auch an dem super Wetter lag, das uns in der Toskana erwartete.
Unser Reiseziel erreichten wir nach einer kurzen Pause vor Florenz gegen Nachmittag und die Vermieter der Ferienwohnung, die auf dem Grundstück eine Fattoria betrieben, hießen uns herzlich willkommen. Auch merkten wir hier sehr schnell, wie kinderlieb italienische Mammas sind, wollte sie unseren Sohn gar nicht mehr loslassen.

Maremma

Maremma @iStockphoto/Claudio Giovanni Colombo

Nachdem wir unser Gepäck aus dem Auto erst einmal nur provisorisch in die Wohnung gestellt haben, musste wenigstens ein wenig eingekauft werden. Dafür fuhren wir in den Coop-Markt nach Venturina.
Hier muss man sagen, dass in Italien zwar fast jedes Geschäft eine Mittagspause macht, diese dafür aber sogar am Sonntag geöffnet haben, sodass man auch jeden Tag seine Lebensmittel kaufen kann, was wir aber dennoch nicht ausgenutzt haben. Denn in unserem Toskana-Urlaub wollten wir sicher nicht nur Lebensmittelmärkte von innen bestaunen. Daher kauften wir an diesem Tag nur das Nötigste ein, haben aber in unserem Urlaub nur noch drei Mal einen Großeinkauf gestartet.

Der erste Abend in der Ferienwohnung endete wegen der Fahrt recht früh. Und am nächsten Morgen strahlte bereits früh die Sonne und ehe wir uns versahen, war es bereits gegen 11.00 Uhr so warm, wie wir es zu Hause nur von einem Ausnahmesommer her kannten. Daher haben wir für uns schnell entschieden, die Vormittage meist für Ausflüge und Spaziergänge zu nutzen und nach einem ausgiebigen pranzo mit siesta an den Strand nach San Vincenzo zu fahren. Diese kleine Stadt lag von unserer Wohnung nahe Suvereto aus am nähesten; leider hat sich San Vincenzo so sehr dem Tourismus verschrieben, dass wir uns nach einigen Strandbesuchen entschlossen, den Massen an Touristen, die im übrigen hauptsächlich aus dem süddeutschen Sprachraum stammten, nicht noch drei weitere hinzuzufügen und so weiter Richtung Süden fuhren und dort in der Bucht von Barratti einen Strandabschnitt vorfanden, den man nur von Bildern her meint zu kennen. Das azzuro-blaue Meer, ein Sandstrand, der weißer und feinkörniger nicht sein kann: Einfach wunderbar für einen zweijährigen Jungen, der in dem warmen Wasser der Bucht mit seinen Förmchen spielte und man als Eltern keine Angst um ihn haben musste, da das Wasser flach und eine Strömung kaum wahrnehmbar war.

Dass es dann gegen Abend schwer wurde, dieses Kind wieder in den Kinderwagen zu bekommen, muss sicher nicht eigens erwähnt werden. Aber wenn das geschafft war und wir wieder in unserer Wohnung angekommen waren, hatten wir nach kurzer Zeit den liebsten Jungen, den eine Mutter jemals geboren hatte: Er schlief. Aber nicht nur der Strand war es Wert, von dem Toskana-Urlaub zu schwärmen. Fast jeden Werktag gab es in den Städten einen Markt, wo man – anders als zu Hause – wirklich günstig Obst und Gemüse der Saison einkaufen konnte. Oft – wie z.B. auf dem Markt in Piombino – war sogar günstige Kinderbekleidung zu erstehen.

Ein gelungener Urlaub in der Maremma geht schneller vorbei als man dachte, und in den letzten Tagen haben wir dann auf Wein- und Olivenöl-Verkostungen einiges an Vorrat für zu Hause eingekauft, sodass es an einem Samstagmorgen über Kufstein wieder zurück nach Hause ging. Dieses aber in dem festen Vorsatz, im nächsten Jahr wieder in die Maremma zu kommen.

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